Faszination Motorrad

Ich war gestern am Samstag mal wieder auf der Motorradmesse Faszination Motorrad. Wenn ich nicht mit ein paar netten Bekannten dort gewesen wäre, hätte ich mich wohl ziemlich über die verschwendete Zeit und das rausgeworfene Geld geärgert.

Für das auf der Messe gebotene, kann der Eintrittspreis von 10 Eur (8 Eur ermäßigt) meiner Meinung nach schon als Wucher angesehen werden. Wobei man natürlich noch 4 Eur fürs Parken dazurechnen darf, wie sonst soll man an das Messegelände in Karlsruhe denn hinkommen, wenn nicht mit dem eigenen Fahrzeug?

Naja, sei es drum, die ganze Messe bestand aus 3 Hallen, welche teilweise nicht einmal voll genutzt wurden.

Halle 1 war noch eine der interessanteren. Hier gab es wenigstens ein paar Motorräder anzuschauen. Zur Ehrenrettung muss auch gesagt werden, dass BMW hier ordentlich aufgetrumpft hat. Alleine schon der durchdachte Messestand, auf dem alle Motorrader fest in Halterungen fixiert waren, so dass jeder auch ohne Standpersonal mal aufsitzen konnte, um die Maschine „von innen“ zu spüren. Alleine daran könnten sich manche andere Aussteller mal ein Scheibchen abschneiden. Dort waren die Motorräder meist auf dem Seitenständer stehend, so dass man Angst haben musste, man wirft beim Aufsitzen alle Maschinen wie beim Domino um. Oder es war sowieso überall ein Schildchen mit Bitte nicht aufsitzen angebracht. Bei richtig teuren Custom-Bikes mag das vielleicht ja noch angehen, aber bei Motorrädern von der Stange sehe ich das als Kundenunfreudlichheit an.

Hier interessierte ich mich vor allem für die neue CBF 1000 F, aber Honda war anscheinend nicht in der Lage eine solche Auszustellen. Wie ich finde eine sehr schwache Leistung. Ein Motorrad als Nachfolger und Ergänzung der CBF 1000 massig anzupreisen, und dann auf der entsprechenden Motorradmesse diese nichtmal auszustellen. Als nächstes hatte ich mir vorgenommen ein kurzes Schwätzchen mit Manfred Wild zu halten, da er allerdings gerade in diversen Gesprächen war, habe ich nach einigen Minuten warten aufgegeben.

Wenigstens die neue VFR konnte bestaunt werden. Jedoch riss mich das Design und auch die Verarbeitung nicht wirklich vom Hocker. Das sah in den Ankündigungen wesentlich vielversprechender aus.

In Halle 2 konnte man v.a. Gespanne, Quads und Roller betrachten. Bei der Anzahl an Gespannen, die man hier sehen konnte, muss man sich echt fragen, warum man diese nicht öfter auf den Strassen sieht. Man konnte beinahe den Eindruck gewinnen, dass die Hälfte aller Motorradfahrer ein Gespann fährt.

Und letztendlich in Halle 3 gab es wieder die obligatorische Motoball-Arena, den Enduro-Parcours und die kleine Bahn für die Kinder. Also letztendlich absolut nichts Neues zum letzten Jahr, als die Messe noch in Sinsheim stattfand.

Der Rest dazwischen, war extrem mit Motorradbekleidung und Helmen aufgefüllt. Ich würde fast behaupten, es gab mehr große Stände mit Bekleidung und Helmen, als mit Motorrädern. Letztendlich konnte ich wenigstens noch mit einem dort ausstellenden Sattler ein kleines Schwätzchen halten, über die Möglichkeiten eine Sitzbank richtig aufzupolstern.

Zusammenfassend muss ich also für mich feststellen, aus Sicht des Motorradfahrers hat sich der Besuch absolut nicht gelohnt, und so erhält die Faszination Motorrad erhält von mir die Note absolut nicht empfehlenswert.

CBF 1000 F

Honda bringt ja 2010 eine neue Variante der CBF 1000 auf den Markt, die sog. CBF 1000 F.

Als großteilig begeisterter CBF 1000-Fahrer bleibt es natürlich nicht aus, dann man sich die neue Maschine mal etwas genauer anschaut. Nicht nur um zu sehen, was denn an Modernisierung und Innovation Einzug gehalten hat, sondern auch, ob Fehler oder zumindest kleine Unzulänglichkeiten, die die CBF 1000 hat, behoben wurden.

Auf der in drei Höhen - 78, 79,5 und 81 Zentimeter -
einstellbaren Sitzbank fühlt man sich auf Anhieb heimisch,
das variierbare Dreieck aus Lenker, Sitzbank, Rasten kann
auf alle Körpermaße angepasst werden.

Die verstellbare Sitzbank ist wirklich Gold wert, und ich habe diese auch bei der „normalen“ CBF 1000 bereits zu schätzen gelernt. Obwohl ich nicht zu den Riesen unter den Menchen zähle, habe ich bereits nach wenigen Kilometern festgestellt, dass ich die SItzbank zumindest auf der mittleren Stufe benötige. Andernfalls wird bei mir in der niedrigsten Stellung einfach der Kniewinkel zu unangenehm auf Dauer. Wobei ich natürlich auch durch die Umrüstung auf Fußrasten von LSL nochmals nicht nur mehr Schräglagenfreiheit, sondern eben auch nochmals 2cm für die Knie herausgeholt habe.

Auf eine Lenkerverstellung wie bei der Basis-CBF 1000 muss
allerdings verzichtet werden, sie sei laut Hersteller von
Kundenseite nicht gefragt.

Also mich hat keiner gefragt, und ich finde die Idee den Lenker bei Bedarf etwas weiter nach vorne zu versetzen äußerst angenehm, auch wenn ich selbst durch einen Austauschlenker von ABM bisher noch nicht in Versuchung gekommen bin, die Einstellung zu verändern.

Den Wünschen der CBF-Fahrer kommt dagegen die werkzeugfrei
verstellbare Frontscheibe entgegen

Wer braucht denn sowas? Es ist zwar vielleicht nett gemeint, aber ich bin noch nie in die Verlegenheit gekommen, die Frontscheibe während der Fahrt, oder bei einem kurzen Halt verstellen zu wollen.

Zusammen mit dem Windschild wurde die gesamte Frontpartie
deutlich sportlicher gestaltet, mit Schlitzaugen-
Scheinwerfern, dynamischerer Halbverkleidung und modernem
Cockpit samt mittigem Drehzahlmesser und Digitaltacho

Ich bin da etwas anderer Meinung, was das „sportlichere“ Aussehen und die dynamischere Halbverkleidung angeht, aber hierzu mehr in den folgenden Artikeln.

Fahrsicherheitstraining

So, es ist soweit, auch ich habe mich nach fast 10 Jahren Motorradführerschein und Motorradfahrens zu einem Fahrsicherheitstraining angemeldet.

Arnulf Urban von MotoFit genießt soweit ich von Freunden und Bekannten aus Motorradkreisen erfahren habe für seine Sicherheits- und Kurventrainings einen erstklassigen Ruf.

Schon beinahe etwas schockierend fand ich Aussagen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis wie: „Das brauch ich nicht!“ oder „Schwachsinn, das kann ich selbst besser!„. Manchmal muss ich schon sagen, es ist echt erschreckend, was einen selbst in Motorradkreisen für eine Ignoranz entgegenschlägt, wenn man sich gerade im Bereich Motorrad weiterbilden möchte und evtl. etwas dazulernen möchte.

Ich bin nun bei weitem kein ängstlicher Fahrer, oder ein Fahrer, der noch nie seine Maschine im Grenzbereich bewegen musste, aber ich sehe es als eigene Stärke und Grösse an, sich einzugestehen, dass es da draußen jedenfalls noch bessere gibt von denen man das ein oder andere Lernen kann.

Auch wenn meine fahrerischen Fähigkeiten sicher nicht mehr auf Anfängerniveau sind, so sehe ich ein gelegentliches Fahrsicherheitstraining als Möglichkeit dennoch kleine Hinweise und Verbesserungen aufzunehmen und umzusetzen, und des weiteren auch als kritische Selbstbewertung. Es schleichen sich gerade auch beim routinierten Fahrer immer wieder Flüchtigkeitsfehler ein, die einen selbst gar nicht mehr auffallen, aber in kritischen Situationen doch recht schnell Probleme verursachen können.

Finde ich bei einem Fahrsicherheitstraining keine bemerkenswerten Defizite, kann ich mich freuen, dass ich noch alles Wesentliche beherzige, und habe einen wunderbaren Tag verbracht. Existieren jedoch Defizite, kann ich mir dieser durch das externe Korrektiv des Trainers bewusst werden, Korrekturen in meinen Fahrstil einfließen lassen und mich freuen, dass ich von nun an wieder etwas sicherer auf den Straßen unterwegs sein werde.

Auf jeden Fall ist ein gut gemachtes Fahrsicherheits- oder Kurventraining mit den richtigen Leuten immer eine Bereicherung und für einen Tag Spass am Fahren sicher auch gut angelegtes Geld.

Winterführerschein?

Es erstaunt mich jeden Winter wieder im Strassenverkehr. Kaum fallen die ersten paar Schneeflocken, plötzlich verlernen beinahe alle Autofahrer wie man ein KFZ führt.

Es ist ja an sich sehr lobenswert, dass Autofahrer bei schlechten Witterungsverhältnissen eine angepasste Geschwindigkeit fahren, aber angepasst heisst zumindest für mich nicht nur „Fuß vom Gas“, sondern eben auch so schnell wie es die Bedingungen zulassen, um kein Verkehrshinderniss darzustellen.

Ganz beliebt ist es ja bei etwas rutschigen Verhältnissen, sobald es den Berg hoch geht, nicht zu versuchen die Geschwindigkeit beizubehalten, sondern nein, es wird immer mehr verlangsamt und mehrere Male zurückgeschaltet, bis es dann natürlich wirklich soweit ist, dass im ersten Gang die Räder anfangen durchzudrehen. Jetzt wird gleich ganz angehalten. so, da stehen wir nun, Anfahren nicht mehr möglich. Und wer ist daran Schuld? Aus sicht des Fahrers nicht sein Fehlverhalten, sondern die Strassen sind zu glatt. Am besten natürlich gleich noch ordentlich über den Winterdienst schimpfen.

Die Gründe dafür bei leichtem Schneefall, und Pulverschnee (kein Schneematsch) auf einer geraden Landstrasse, wo weit und breit keine Ortschaft, Bushaltestellen oder ähnliches sind, von normalerweise erlaubten 100km/h direkt auf 30 km/h und weniger umzuschalten erschliesst sich mir nun wirklich nicht. Und das wo die meisten Autos Frontantrieb besitzen, sich also für den Ungeübten etwas pflegeleichter verhalten, und alle möglichen elektronischen Helferlein besitzen, angefangen mit ABS über ESP bis hin zu ASR und Doppelkupplungsgetriebe.

Ich selbst besitze einen entsprechend alten Benz mit Heckantrieb, ABS und glücklicherweise ein abschaltbares ESP. Mit diesem 1,5t schweren Schiff, war es ohne Probleme möglich außerorts zwischen 50 und 70 km/h zu fahren, und zwar ohne, dass elektronische Helferlein oder ähnliches eingegriffen hätten.

Ich kann es einfach nicht verstehen, wieso die Leute, sobald sie Schnee sehen, jedliches Gefühl für ihr Fahrzeug verlieren, und in den totalen Angstmodus umschalten.

Vielleicht mag mein Unverständnis daran liegen, dass ich seit Jahren begeisterter Motorradfahrer bin. Hier gibt es 2 wesentliche Faktoren, die man als guter Motorradfahrer (u.a.) permanent beherzigen muss, das Lesen der Strasse und der „Popometer“. Für alle nicht Motorradfahrer, heisst das im wesentlichen genau auf Rückmeldungen des Fahrzeugs achten.

Vielleicht mag die Angst auch daher rühren, dass ich etliche Autofahrer kenne, die noch nie auf Schnee oder rutschiger Fahrbahn gefahren sind. Den Führerschein auf Grund des Geburtstages nur im Sommer gemacht, und dann im Winter immer gleich das Auto stehen lassen. Ich empfehle hier wirklich vielen Autofahrern mal den Besuch eines entsprechenden Fahrsicherheitstrainings. Man lernt zum einen in ungefährlicher Umgebung das Verhalten des eigenen KFZ im Grenzbereich kennen und darauf zu reagieren. Noch viel wichtiger finde ich jedoch auch zu erfahren, wo denn dieser Grenzbereich überhaupt liegt. Diese liegt nämlich bei oben geschilderten Situationen meist wesentlich weiter, als man es gemeinhin annimmt.

Die Erfahrung wo die physikalischen Grenzen liegen, kann eben nicht nur dazu beitragen, diese nicht zu überschreiten, sondern auch dazu dienen, zu erkennen, wie weit man noch von diesen entfernt ist. Damit erscheint der Autofahrer, der einem dann mit 50 km/h auf der Landstraße überholt möglicherweise dann nicht mehr als „hirnloser Raser“ in den Köpfen der anderen.